
Die Technik, Mauern aus Steinen ohne
verbindenden Mörtel aufzubauen, ist eine uralte und über
Jahrhunderte bewährte Handwerkskunst. Sie entwickelte sich vor allem
in bäuerlich geprägten Gegenden, wo sie als Grenzmauern zwischen
Weiden (z. B. im Jura), zur Terrassenbildung von Weinbergen
(Lavaux am Genfersee) und zum Gebäudebau benutzt wurde. Die ältesten
Mauern des europäischen Kontinents befinden sich in Irland. Ihr
Alter wird auf zirka 5000 Jahre geschätzt.
Heute würde man den Grundsatz dieser Baukultur als «nachhaltig»
bezeichnen. Die Arbeit erfolgte nämlich von Hand mit einfachen,
wenig technischen Hilfsmitteln. Gebaut wurde ausschliesslich aus
lokalem Gesteinsmaterial wie zum Beispiel Findlingen und
Lesesteinen, die auf den Weide- und Anbauflächen gesammelt wurden.
Auf einer Länge von gut 40 Metern entlang des Rebberges hat Philipp im Frühjahr 2017 als Schulabschlussarbeit aus 20 Tonnen Steinen eine Trockensteinmauer errichtet.
Heute ist die Mauer Lebensraum verschiedenster Tiere: Blindschleichen, Weinbergschnecken, Wildbienen, Igel ...